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DFG-Projekt „Kleine Veränderungen“ Methoden

Übersicht

Um die Geschichte landwirtschaftlicher Kulturlandschaften zu rekonstruieren, verbinden wir historische Karten und Schriftquellen mit Fernerkundung, archäologischer Geländeaufnahme und geoarchäologischen Analysen. Luftbilder, LiDAR und digitale Geländemodelle machen alte Flurstrukturen sichtbar. Boden- und Sedimentuntersuchungen sowie Lumineszenzdatierungen helfen, ihre Entstehung, Nutzung und Veränderung zeitlich einzuordnen. So lässt sich nachvollziehen, wie frühere Gemeinschaften ihre Landschaften gestalteten und bewirtschafteten. Einen Überblick über diesen Forschungsansatz geben Kinnaird et al. (2025) im Artikel Unearthing the Histories of Agrarian Landscapes: A Research Framework for Terraces as Sustainable Environments, erschienen in Geoarchaeology.

zum Artikel

Historische Karten

Historische Karten wie das Bayerische Urkataster oder englische „Enclosure Maps“ bieten Einblicke in die Struktur der ländlichen Landschaft in vorindustrieller Zeit. Diese Darstellungen aus dem frühen 19. bzw. späten 18. Jahrhundert n. Chr. zeigen zum Teil neben Flurgrenzen auch Landnutzung und Besitzverhältnisse in erstaunlich höher räumlicher Präzision dar. Die Einbindung in Geografische Informationssysteme (GIS) ermöglichen Vergleiche mit aktueller Vegetation, Landnutzung und moderner Bebauung. Sie bieten eine gute Grundlage für die Auswahl von geeigneten Arealen für Feldarbeiten. 

Beispielkarte im BayernAtlas

Schriftquellen

Mittelalterliche Urkunden und Besitzverzeichnisse Einblicke in die Geschichte einzelner Höfe, ihrer Abgaben und Herrschaftsverhältnisse. Quellen wie der um 1165 entstandene Codex Falkensteinensis lassen sich mit historischen Flurkarten und archäologischen Befunden verknüpfen. So können wir die Entwicklung von Siedlungen und landwirtschaftlichen Nutzflächen nachvollziehen. Dabei datiert die erste schriftliche Erwähnung eines Hofes jedoch nicht automatisch seine Entstehung oder die seiner Fluren, sodass (geo)archäologische Feldmethoden nötig sind um tatsächliche Alter zu bestimmen oder zeitlich einzugrenzen.

LiDAR

LiDAR (Light Detection and Ranging) erfasst die Geländeoberfläche mithilfe von Laserimpulsen. Ein Teil der Impulse erreicht durch Lücken in der Vegetation den Boden, sodass sich auch unter Wald alte Terrassen, Wege und Flurgrenzen erkennen lassen. Aus den Messdaten entstehen hochauflösende digitale Geländemodelle. Die Untersuchungen erfolgen in Zusammenarbeit mit dem Heidelberg Center for Cultural Heritage (HCCH), insbesondere mit Roland Prien und Steffen Bauer.

Illustration der drohnengestützten Aufnahme des Geländes

Testschnitte und Beprobung

Datierung

Charakterisierung von Böden und Ablagerungen

Analyse und Interpretation